Privacy by Design
Privacy by Design (Datenschutz durch Technikgestaltung) ist ein Grundsatz aus Art. 25 Abs. 1 DSGVO: Datenschutz muss von Anfang an in die Planung eines Systems, einer Website oder eines Produkts einfließen, statt nachträglich ergänzt zu werden. Verwandt damit ist Privacy by Default, wonach die datenschutzfreundlichste Einstellung standardmäßig aktiv sein muss.
Privacy by Design in der Praxis
| Bereich | Umsetzung nach Privacy by Design |
|---|---|
| Formular-Design | Nur notwendige Felder als Pflichtfeld, Rest optional |
| Voreinstellungen | Cookie-Kategorien standardmäßig deaktiviert, nicht vorausgewählt |
| Speicherung | Automatische Löschroutinen statt manuellem Aufräumen |
| Zugriffsrechte | Rollenbasierter Zugriff statt einem Konto für alle |
Unterschied zu Privacy by Default
Privacy by Design betrifft die Gestaltung des gesamten Systems oder Prozesses, von der ersten Planung an. Privacy by Default betrifft speziell die Voreinstellungen, mit denen ein System oder eine Funktion startet: Ohne aktives Zutun des Nutzers sollte immer die datensparsamste Option gelten, etwa deaktivierte Marketing-Cookies bei der ersten Nutzung.
Warum das mehr ist als eine Formalie
Wer Datenschutz erst nachträglich in ein fertiges System einbaut, stößt regelmäßig an technische Grenzen: Eine Löschroutine lässt sich in einer bereits gewachsenen Datenbankstruktur oft nur mit erheblichem Aufwand nachrüsten. Wird Datenschutz dagegen von Anfang an mitgeplant, etwa durch klare Datenfelder und automatische Fristen, sinkt sowohl der spätere Aufwand als auch das Risiko eines Verstoßes.
Zusammenhang mit technischen und organisatorischen Maßnahmen
Privacy by Design überschneidet sich eng mit den technischen und organisatorischen Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO: Während TOM den bestehenden Schutzstand eines Systems beschreiben, verlangt Privacy by Design, diesen Schutz schon in der Entwurfsphase mitzudenken, bevor überhaupt eine konkrete Umsetzung existiert.
Praxisbeispiel
Ein Startup entwickelte eine neue Buchungs-App und legte von Beginn an fest, dass Nutzerkonten nach zwei Jahren Inaktivität automatisch zur Löschung markiert werden, dass Standortdaten nur mit ausdrücklicher Zustimmung erfasst werden und dass die Werkseinstellung für Marketing-Benachrichtigungen deaktiviert ist. Diese Entscheidungen wurden bereits im technischen Konzept dokumentiert, lange bevor die erste Codezeile geschrieben wurde.
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