Eine Datenschutzerklärung erstellen klingt komplizierter, als es ist. Mit einem klaren Ablauf kommst du auch ohne Jurist ein gutes Stück weiter. Eine Stunde Arbeit, und du hast eine Erklärung, die wirklich zu deiner Website passt. So gehst du vor.

Schritt 1: Welche Daten verarbeitet deine Website?

Bevor du auch nur eine Zeile schreibst, machst du eine Bestandsaufnahme. Hast du ein Kontaktformular? Einen Newsletter? Ein Kundenkonto? Setzt du Cookies oder Analyse-Tools ein? Die Antworten bestimmen, welche Klauseln du brauchst. Eine Datenschutzerklärung für einen persönlichen Blog sieht ganz anders aus als für einen Onlineshop mit Zahlungsdienstleistern.

Praktische Übung: Schreib auf einem Blatt auf, welche Formulare, Tools und externen Dienste deine Website nutzt. Diese Liste ist dein Ausgangspunkt für den nächsten Schritt.

Schritt 2: Welche Klauseln sind relevant?

Auf Basis von Schritt 1 wählst du die passenden Klauseln aus. Manche gehören immer in eine Datenschutzerklärung (Verantwortlicher, Server-Logs, Betroffenenrechte). Andere sind situativ: eine Zahlungsdienstleister-Klausel bei einem Shop, eine Double-Opt-In-Klausel bei einem Newsletter. Unsicher, welcher Typ am besten passt? Sieh dir das Überblick je Website-Typ an.

Die fünf immer nötigen Klauseln

Baustein Was er regelt
Verantwortlicher Wer hinter der Website steht und wie man Kontakt aufnimmt
Allgemeines zur Verarbeitung Zweckbindung und Grundprinzipien
Hosting Wo die Daten technisch gespeichert werden
Server-Log-Dateien Automatische Protokolldaten bei jedem Aufruf
Betroffenenrechte Auskunft, Löschung, Widerspruch und mehr

Schritt 3: Schreib in verständlicher Sprache

Eine Datenschutzerklärung ist kein Kunstwerk, sie muss funktionieren. Schreib in normalem Deutsch, nicht in Juristendeutsch. Konkrete Fristen, Beispiele und Namen von Tools helfen mehr als vage Formulierungen wie “verschiedene Dienstleister”.

Schritt 4: Platziere sie auf deiner Website

Erstelle eine eigene Seite (meist /datenschutz/ oder /datenschutzerklaerung/) und verlinke sie aus deiner Fußzeile. Bei Formularen, die zusätzliche Daten abfragen, kannst du direkt daneben einen kurzen Hinweis auf die Datenschutzerklärung setzen.

Schritt 5: Aktualisiere mindestens jährlich

Eine Datenschutzerklärung, die drei Jahre alt ist, wirkt weniger vertrauenswürdig als eine, die vor einem Monat aktualisiert wurde. Notiere das Datum der letzten Änderung und prüfe mindestens einmal jährlich, ob neue Tools oder Verarbeitungen ergänzt werden müssen.

Praxisbeispiel

Eine Kursanbieterin richtete ihre Datenschutzerklärung neu ein, nachdem sie ein neues Videokonferenz-Tool für Live-Sessions eingeführt hatte. Sie ergänzte eine eigene Klausel zum Tool, verwies auf dessen Datenschutzerklärung und passte das Datum der letzten Aktualisierung an. Ihre Teilnehmerinnen konnten so genau nachvollziehen, welche neue Verarbeitung hinzugekommen war.

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